Souverän Grenzen setzen

Sie kennen das vielleicht. Sie sind perfekt vorbereitet, mitten in der Erläuterung eines wichtigen Themas, da kommt irgendwo aus dem Teilnehmerkreis eine Killerphrase wie diese: „Das haben wir noch nie so gemacht, Sie haben ja überhaupt keine Ahnung, was das für unser Unternehmen bedeuten würde.“ Wer jetzt sprachlos ist und den Einwand achselzuckend übergeht, hat … Sie ahnen es … verloren.

 

Souveräne Friedfertigkeit bei „normalen“ Angriffen oder Einwänden

Ich bin keine Freundin des Wortes „Schlagfertigkeit“, weil ich nicht der Meinung bin, dass man immer bereit sein sollte, gleich zuzuschlagen. Souveräner ist es, in meinen Augen, den Hinweis ernst zu nehmen und darauf in angemessener Form zu antworten.

Das kann in etwa so aussehen: „Ja, verstehe ich, die Auswirkungen sind enorm. Und ich will auch nicht leugnen, dass dazu einiges Umdenken und enorme Anstrengungen nötig sind. Wenn Sie aber mal sehen, wie wir uns dadurch von unserem Wettbewerb abheben und was das – bei ganz vorsichtiger Berechnung – in nur drei Jahren für eine Gewinnexplosion bedeutet, lohnt es sich. Und dafür lohnt sich jede Anstrengung.“

Was haben Sie getan? Sie haben sich auf den Hinweis eingelassen, ihn aber so gedreht, dass Sie letztlich zu Ihrer zentralen Aussage „Gewinnexplosion“ kamen. Sie können getrost fortfahren, denn wer sollte einer Gewinnexplosion widersprechen.

Gleiches gilt übrigens für den – zugegeben, nicht sehr charmant formulierten – Hinweis „Jetzt kommen Sie doch endlich mal auf den Punkt.“ Lassen Sie sich nicht beirren oder aus dem Konzept bringen. Zeigen Sie Ihre Zähne und lächeln den „Störer“ an: „Ich weiß, die grundsätzlichen Erläuterungen sind umfangreich, aber wichtig, um zu verstehen, welche großen Chancen sich daraus ergeben. Gedulden Sie sich noch zwei Charts, dann kommt genau das, auf was Sie gewartet haben.“

 

Klare Ansagen bei Angriffen unter der Gürtellinie

Schwieriger wird es bei unqualifizierten Angriffen. Ich hörte neulich von einem Teilnehmer, dass ein Bereichsleiter von einem Mitarbeiter auf einer Konferenz mit der despektierlichen Äußerung „Sie sind aber spät dran, mal wieder zu lange gefeiert gestern“ vor versammelter Mannschaft begrüßt wurde. Hier wäre es völlig falsch, auch nur irgendein Wort aus dem Satz des „Gegners“ aufzugreifen. Hier hilft nur eine ganz klare Ansage wie z.B. „Herr XY, ich halte Ihnen zugute, dass Sie erstens keine Kinderstube genossen ganz offensichtlich keinerlei Ahnung haben, was ein Mann in meiner Position abends noch zu tun hat.“ Oder „Herr, wie war noch gleich Ihr Name, sollte ich der Meinung sein, dass meine Beschäftigung am Abend Sie irgendetwas angeht, werde ich gegebenenfalls auf Sie zukommen.“

Nehmen wir noch ein anderes Beispiel, bei dem eine Reaktion Ihrerseits unumgänglich ist. Der Satz „Wie erklären Sie sich eigentlich, dass Sie trotz Ihrer Inkompetenz immer noch auf Ihrem Posten sind?“ mag nicht alltäglich sein. Aber wenn Sie hierauf vorbereitet sind, haut Sie so schnell nichts mehr um. Was will der Angreifer? Er will, dass Sie darauf eingehen, er will, dass Sie sich rechtfertigen. Er will sie in die Ecke drängen. Was sagen Sie also? „Sie sind offensichtlich sehr schlecht informiert. Ich werde im Unternehmen sehr geschätzt.“ Oder „Was soll die Provokation? Haben Sie auch eine sachliche Frage?“ Oder „Auf unsachliche Provokationen antworte ich grundsätzlich nicht.“ Oder „Netter Versuch. Wollen wir uns auf ein sachliches und wertschätzendes Niveau zurück begeben?“

 

Kommen Sie immer zurück zu Ihrem Thema!

Es geht also immer darum, die Frage / den Angriff des Gegenübers zu bewerten und einzuordnen, ohne ihn zurück anzugreifen. Dann kommen Sie zurück zu Ihrem Thema und sprechen darüber. Viel Erfolg!

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8 PowerPoint-Tipps

Ganz grundsätzlich ist PowerPoint ein sehr leistungsfähiges Programm, mit dem man tolle Effekte erzielen kann. Leider wird es allerdings häufig als textuelle Gedächtnisstütze genutzt, Inhalte werden abgelesen und der Zuschauer gelangweilt. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Hier die wichtigsten Tipps für eine begeisternde PowerPoint-Präsentation!

1. Inhalt

  • Strukturieren Sie sauber: Welches Ziel verfolge ich? Welche Argumente habe ich dafür? Welche Beweise kann ich liefern?
  • Bauen Sie Ihre Argumente logisch auf: Problem – Ziel – Lösung / Soll – Ist – Weg / These – Beweis 1 bis 3 / These 1 + These 2 => Fazit
  • Beschränken Sie sich auf das Wesentliche!

2. Visualisierung

  • Verwenden Sie keine Bullet Point-Charts. Sie verführen zum Ablesen und langweilen die Zuschauer.
  • Verwenden Sie als Faustregel in 3 Minuten nicht mehr als 1 Chart. (Ausnahme: Pecha Kucha-Präsentationen!)
  • PowerPoint ist nur ein unterstützendes Medium – im Vordergrund stehen immer Sie! Deshalb schalten Sie in der Bildschirmpräsentationsansicht immer mal wieder auf die Taste B (= Black Screen). Und zwar immer dann, wenn der Inhalt des Charts für Ihren Vortrag gerade nicht relevant ist.

3. Technische Einstellungen

  • Stellen Sie Ihren Master so ein, dass Sie problemlos damit arbeiten können.
  • Richten Sie sich Ihre Schnellstartleiste mit den wichtigsten Befehlen ein.
  • Greifen Sie auf Vorlagen aus Ihrem Chartpool zurück.

4. Farben

  • Achten Sie auf Kontraste: z.B. kein rot-grün.
  • Verwenden Sie keine Farbverläufe, die Ihr Publikum ablenken.
  • Verwenden Sie keine starken Hintergründe (schwarz, rot, grün, blau).

5. Schriftarten

  • Setzen Sie Office-Schriften wie Arial, Tahoma oder Verdana ein.
  • Setzen Sie nicht mehr als drei Schriftgrößen in der ganzen Präsentation ein.
  • Setzen Sie keine 3D-Schriften oder Hinterlegungen ein.

6. Diagramme

  • 3D-Diagramme verfälschen die Aussage, 2D reicht völlig aus.
  • Platzieren Sie nicht mehr als vier Diagramme auf einem Chart.
  • Überladen Sie Ihre Diagramme nicht mit zu vielen Detailinformationen.

7. Objekte

  • Überfrachten Sie Objekte nicht mit unnötigen Schatten und 3D-Effekten.
  • Richten Sie Objekte sauber aus: Benutzen Sie „Objekte links/rechts/oben/unten ausrichten“ sowie „Ausrichten und Verteilen“.
  • Verzichten Sie komplett auf Strichmännchen, Comic-Figuren und unpassende Bilder.

8. Animationen, Musik und Videos

  • Animationen sind dann sinnvoll, wenn sie Prozesse und deren Aussage veranschaulichen.
  • Töne und Musik können Ihren Vortrag unterstützen. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.
  • Videos transportieren Emotionen. Aber achten Sie auf Länge, Dateigröße und Qualität.

 

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Keine Macht dem „Ähm“

Es ist nicht besonders souverän, seinen Redefluss mit diesem kleinen Wörtchen zu oft zu unterbrechen. Deshalb hier ein kleiner Trick, den man wunderbar zu Hause trainieren und dann beim nächsten Vortrag erfolgreich anwenden kann. Sie picken sich einen Satz raus, der nicht mehr als 8 Worte hat.

Zum Beispiel: „Ich stelle heute die Marketingstrategie für 2016 vor.“ Stellen Sie sich an die Stirnseite Ihres Esstisches und widmen jedem Stuhl im Uhrzeigersinn EIN Wort. (Erster Stuhl) „Ich“ (nächster Stuhl) „stelle“ (nächster Stuhl) „heute“ (nächster Stuhl) und so weiter. Wenn Sie keine acht Stühle haben, beginnen Sie eben wieder von vorne.

Was sich anfangs etwas merkwürdig anfühlt, führt nach mehrfachem Ausprobieren nicht nur dazu, dass Sie überhaupt gar keinen Platz mehr für ein „Ähm“ haben, sondern gleichzeitig auch langsamer sprechen. Und – ganz nebenbei – trainieren Sie auch noch den Blickkontakt mit den (zugegeben während der Übung nicht anwesenden) Zuhörern.

Wenn Sie etwas geübter sind, picken Sie sich längere Sätze raus und widmen jedem Stuhl auch mal zwei oder drei Worte. Sie können dann auch variieren: Ein Stuhl bekommt nur ein Wort, der nächste zwei, der nächste wieder eins, dafür der vierte Stuhl drei Worte.

Probieren Sie es aus. Viel Erfolg!

 

 

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