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PowerPoint nervt?

14 April 2016,   By ,   2 Comments

Sie auch? Mich nicht. Mich nervt nicht das Programm. Mich nervt der unprofessionelle Umgang.

PowerPoint selbst kann ja nichts dafür, dass es als Spickzettel missbraucht wird, dass Redner ganze Sätze an die Wand werfen und diese dann ablesen und dass manche Charts aussehen, als wäre ein Farbkasten explodiert.

Bei manchen PowerPoint-Präsentationen hat man den Eindruck, es herrscht Krieg. Der Vortragende kämpft mit seinen Charts, die Zuhörer mit ihrem Schlaf, die Diagramme mit den Texten, die Texte mit den Animationen.

900 Millionen Charts pro Tag

Gibt man bei Google den Begriff „powerpoint presentation“ ein, so erhält man innerhalb von 0,38 Sekunden ungefähr 146 Millionen Ergebnisse, die diesen Begriff enthalten.

 

Experten gehen davon aus, dass weltweit 30 Millionen PowerPoint-Präsentationen pro Tag gehalten werden. Ich glaube langsam, dass jeden Tag allein in Europa 30 Millionen PowerPoint-Präsentationen gehalten werden. Und jede Präsentation hat in etwa 30 Charts. Damit kommen wir auf sage und schreibe 900 Millionen Charts pro Tag.

 

Glauben Sie nicht? Die Zahl ist im Grunde auch egal. Es geht schließlich darum, es besser zu machen.

 

Die meisten Präsentationen laufen so ab:

Begrüßung: Ich freue mich, blablabla und im Hintergrund leuchtet bereits ein Chart mit einem schönen Bild, dem Unternehmenslogo und dem Titel der Veranstaltung, z.B. Kennzahlen
1. Quartal 2016. – Aha! Vielleicht steht da auch: Kennzahlen 1. Quartal 2016 – Weiter auf Erfolgskurs“ – Aha, Aha!

 

So weit so gut.

 

Bei der Agenda schon der erste Schock…

Jetzt verliert der Redner die Hälfte seiner Zuhörer. Die Agenda wird aufgelegt:

PowerPoint_nervt_Agenda

Ich bin dann mal weg. Wenn solche Charts aufgelegt werden, wundert es mich nicht, dass sich der Zorn des Publikums erhitzt und es mittlerweile sogar eine Anti-PowerPoint-Partei gibt. Dabei wäre die Lösung so einfach:

Lösung 1: Ein Fünf-Eck

Lösung 2: Buttons auf einer „Bühne!“

Lösung 3: Eine Treppe

Fünf-Eck

PowerPoint_nervt_Agenda_2ü

"Bühne"

PowerPoint_nervt_Agenda_3ü

"Treppe"

PowerPoint_nervt_Agenda_4ü

Das sind jetzt nur ganz simple Beispiele, die aber schon einen gewissen Effekt haben.

 

Selbstverständlich können Sie auch noch Icons oder Bilder verwenden, je nachdem wieviel Zeit Sie haben.

 

…dann geht es mit dem Vortrag weiter.

Charts werden an die Wand geworfen, werden vorgelesen, abgelesen und über sie hinweg gelesen. Während des Vortrags übermannt uns langsam aber sicher der Schlaf, wir halten die Farben nicht aus, die Diagramme und Grafiken sind unübersichtlich, überfüllte Textseiten lassen uns langsam aber sicher müde oder zornig werden.

PowerPoint nervt_Grafik
PowerPoint nervt_Grafik_2

Oder lässt Sie sowas kalt?

 

Glücklicherweise erhalten wir nach dem Vortrag ein Handout, das exakt das enthält, was schon vorgetragen wurde, was Neues steht nicht drin und so wandert dieses Handout denn auch ohne weiteres Durcharbeiten …. in den Aktenschrank.

 

Dass das nicht sein muss, beweisen gute Präsentatoren, die PowerPoint als Unterstützung einsetzen und mit großflächigen Bildern und wenig Text arbeiten, zum Beispiel so:

PowerPoint nervt_Grafik positiv_1

Achso, im Controlling oder Rechnungswesen geht das nicht? Zahlen MUSS man unbedingt mit übervollen Tabellen und Diagrammen darstellen?

PowerPoint nervt_Diagramm

Stimmt nicht. Geht sehr wohl.

PowerPoint nervt_Diagramm_2ü

Sie sehen an diesen wenigen Beispielen, wie Sie mit wenigen Handgriffen aus übervollen Charts übersichtliche Grafiken gestalten können.

 

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Die Autorin

Melanie Kuhlmann leitet Entwicklungsprogramme für (Nachwuchs-)Führungskräfte, betreut Manager in der Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen, führt Präsentationsworkshops und -trainings durch. Darüber hinaus berät sie Unternehmen in der Konzeption und Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. In den letzten 18 Jahren hat sie mehr als 1.000 Projekte in über 15 Branchen betreut. Zu ihren Seminarteilnehmern zählen Mitarbeiter aus Unternehmen von A wie Asset Management über Chemie, Maschinenbau, Pharma, Versicherungen und Wirtschaftsprüfung bis hin zu Z wie Zulieferer der Automobilindustrie.

Melanie Kuhlmann ist Diplom-Betriebswirtin, Business Coach und Reiss Profile Master. Sie lebt mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck bei München.


2 Comments:

  1. Daniela Heggmaier sagt:

    Liebe Melanie, danke für diesen Blogbeitrag, er spricht mir aus dem Herzen. Wieviele „Death by Powerpoint“-Momente mussten wir schon aushalten? Vor allem die 14-Uhr-Termine in abgedunkelten Räumen, in denen so mancher schon eingeschlafen ist. Ich hoffe dass Du viele Menschen und Führungskräfte dazu inspirieren wirst, Ihr Publikum mitzunehmen und zu begeistern!
    Viele Grüße
    Daniela

    • Liebe Daniela, herzlichen Dank, genauso ist es. Meine Teilnehmer und Kunden sind immer wieder überrascht, wie man in wenigen Schritten vom Text zum Bild kommt und selbst komplexe Sachverhalte anschaulich darstellen kann. „Death by PowerPoint“ ist übrigens sehr schön ausgedrückt… Liebe Grüße Melanie

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