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Nur ganz kurz: Was wir von Martin Schulz lernen können.

03 Februar 2017,   By ,   0 Comments

Haben Sie es gesehen? Das Interview mit Martin Schulz bei Anne Will? Ich hab es gesehen. Und ich muss sagen – ohne hier politisch werden zu wollen – dieser Mann hat es rhetorisch voll drauf!

Wie Sie das auf Ihre Verhandlungen, Diskussionen und Moderationen übertragen können, erfahren Sie in diesem Kurz-Blogbeitrag. Wobei ich eines gleich vorwegschicken möchte: Das hat der Martin nicht ohne einen begnadeten Coach geschafft. Und wenn Sie das auch so können wollen, müssen Sie nicht unbedingt zu Ende lesen, dann können Sie mich auch gleich anrufen.

Sie wollen es doch erstmal wissen? Okay.

Sie müssen sich nur drei Worte merken:

  1. TOUCH
  2. TURN
  3. TALK

 

Martin Schulz hat dieses Prinzip konsequent angewandt. Er ist immer zunächst auf die Frage eingegangen, hat dann aber immer geschickt übergeleitet, zu dem, was er sagen wollte. Und er war sich dabei auch nicht zu schade, gefühlte 15 Mal „Nochmal“ zu sagen. Dieser Punkt war ihm einfach wichtig, also hat er ihn so oft wiederholt, dass ihn wirklich jeder mitbekommen hat.

 

1. Touch (Bewertung)

Nehmen wir mal an, Sie werden so richtig provoziert. Zum Beispiel: „Geben Sie doch einfach zu, dass Sie mit diesem Projekt vollkommen überfordert sind.“

Dann schnappen Sie nicht nach Luft und schon zweimal schießen Sie auf keinen Fall zurück. Und bitte, Sie fragen auch niemals bei einem Angriff nach: „Wie meinen Sie denn das?“

Sie gehen drauf ein, aber nur kurz. Und Sie bewerten die Aussage des Gegenübers. Und Sie sehen es als sportliche Herausforderung. Auf keinen Fall lassen Sie sich davon auch nur ansatzweise aus der Ruhe bringen.

Sie sagen also ganz souverän und gelassen:

  • „Da liegen Sie falsch.“
  • „Das wäre dann eine glatte Lüge.“
  • „Das hätten Sie wahrscheinlich gerne.“
  • „Mit uns beiden ist es heute wirklich schwierig.“ (hab ich bei Martin Schulz geklaut.)
  • „Sie sollten besser sachlich argumentieren.“
  • „Das ist Ihre Meinung.“
  • „Sie haben es hoffentlich nicht nötig, sich so zu äußern.“
  • „Stimmt nicht … So ist es.“
  • „Das steht hier nicht zur Debatte.“
  • „Das ist falsch, kehren Sie bitte zu einer sachlichen Argumentation zurück.“

 

2. TURN (Rückführung / Überleitung)

Jetzt bauen Sie die Brücke und führen zu Ihrem eigentlichen Thema zurück Sie leiten auf das über, worüber Sie sprechen möchten.

  • „Es geht heute um …“
  • „Der springende Punkt ist…“
  • „Wer die Fakten kennt, weiß…“
  • „Es ist vorherrschende Meinung, dass…“

 

3. TALK (Eigene Argumentation)

Und dann geht’s wieder um das, worüber Sie sprechen wollen.

Ganz einfach.

Oder doch nicht? Wissen Sie, was das Problem ist? Sie können diese paar Sprüche da oben jetzt auswendig lernen. Aaaaaaaber, wenn die Situation kommt, erwischt es Sie doch kalt. Weil Sie das üben müssen. Sie sollten mit jemandem arbeiten, der Sie völlig unvermittelt angreift. Der genau dann zuschlägt, wenn Sie überhaupt nicht damit rechnen und der auch nicht locker lässt.

 

Mit dieser Methode geraten Sie nicht mehr in Stress.

Das Thema „Unfaire Angriffe“ nimmt in meinem Workshops einen immer größeren Raum ein. Das Kommunikationsklima ist rauer geworden. Deshalb habe ich eine Methode entwickelt, bei der Ihnen zwar vielleicht zwischenzeitlich der Schweiss ausbricht, die Sie aber fit macht für jede x-beliebige Situation.

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Hier finden Sie das gesamte Interview in der ARD-Mediathek. Ein schönes Beispiel sehen Sie ab Minute 34. Martin Schulz schafft es, die Vorwürfe einer ehemaligen Wählerin ernst zu nehmen und dann wieder auf sein Thema „Gerechtigkeit“ zu lenken.

Die Autorin

Melanie_Kuhlmann_10

Melanie Kuhlmann ist Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (DVCT) und zertifizierter Reiss Profile Master für Motivprofilanalyse. Sie lebt mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck bei München.

Sie ist Autorin zahlreicher Lehrgänge zum Thema Visualisierung, Präsentieren und Change Management.

Melanie Kuhlmann leitet Entwicklungsprogramme für (Nachwuchs-) Führungskräfte, betreut Manager in der Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen, führt Präsentationsworkshops und -trainings durch. Darüber hinaus berät sie Unternehmen in der Konzeption und Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. In den letzten 18 Jahren hat sie mehr als 1.000 Projekte in über 15 Branchen betreut. Zu ihren Seminarteilnehmern zählen Mitarbeiter aus Unternehmen von A wie Asset Management über Chemie, Maschinenbau, Pharma, Versicherungen und Wirtschaftsprüfung bis hin zu Z wie Zulieferer der Automobilindustrie.

Praxisnah und hilfreich.

Das Schlagfertigkeitstraining ist sehr praxisnah und hilfreich. Frau Kuhlmann versteht es, ihre jahrelange Erfahrung durch ihre professionelle, kompetente und authentische Art, dem Teil-nehmer nahe zu bringen und jeden einzelnen genau da abzuholen, wo er gerade steht.

Verena V., Key Account Managerin

Referenzen (Auszug)

1 & 1 Internet AG, Montabaur
almeda GmbH, München
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
badenova AG und Co. KG
BayWa AG, München
Bildungswerk Badenwürttemberg
Contool AG, St. Gallen
CorpusSireo, Heusenstamm
DIS AG, Heidelberg
EuropAssistance, München
Generali Versicherungen, München
HypoVereinsbank (UniCredit) AG, München
Johnson & Johnson, Düsseldorf

Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
Management Circle AG, Eschborn
Münchener Rückversicherung AG
Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Proventis GmbH, München
TCW Unternehmensberatung, München
Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
United Internet Media AG, Montabaur
Valeo Schalter- und Sensoren-GmbH
Volksbank Gießen, Gießen
Volksfürsorge, Hamburg
Walt Disney Company (Germany) GmbH


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