Einen Glaubenssatz auflösen: Warum und wie?

Ich bin ja eher eine Freundin des „eruptiven Bloggens“. Das heißt, ich blogge nicht nach einem durchdachten Redaktionsplan, sondern eher wie die Themen mich antriggern.

 

Und heute triggert mich gerade der Glaubenssatz einer sehr lieben Kollegin an:

 

„Ich muss in allem, was ich tue, 10 Jahre Erfahrung haben.“

Dieser Satz hemmt sie seit Monaten, ins Tun zu kommen. Sie hat eine phantastische Idee, sehr viel Erfahrung, ein hervorragendes Standing, eine sehr positive Ausstrahlung, eine fundierte Ausbildung … aber … diesen Glaubenssatz, den sie auch begründen kann:

 

„Ich muss in allem, was ich tue, 10 Jahre Erfahrung haben, weil meine Kunden das erwarten.“

 

Natürlich ist ihr von der Logik her ganz klar, dass sich dieser Glaubenssatz von allein ad absurdum führt. Aber wir wissen ja, solche Glaubenssätze sind hartnäckig und widersetzen sich logischen Analysen.

 

Die sind wie kleine trotzige Kinder: „Ich will aber.“ In diesem Fall will dieser Glaubenssatz sicher auch was positives, nämlich diese großartige Kollegin davor bewahren, dass sie Unternehmen ein Angebot macht, in dem sie noch nicht genügend praktische Erfahrung hat.

 

In jedem Fall aber hindert er sie daran, ihr Angebot, ihr Konzept, ihre Methode, ihr Know-how Unternehmen aktiv anzubieten.

 

 

Also, wie löst man solche Glaubenssätze auf?

Hier bediene ich mich der wunderbaren Byron Katie, der Autorin von „Lieben, was ist“ und der Entwicklerin von „The Work“, das sind vier Fragen, mit denen sich jeder Glaubenssatz enttarnen lässt:
Wir schreiben uns den Glaubenssatz nochmal genau auf:

 

„Ich muss in allem, was ich tue, 10 Jahre Erfahrung haben, weil meine zukünftigen Kunden das erwarten.“

 

  1. Frage: Ist das wahr?
  2. Kann ich absolut sicher wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagiere ich auf diesen Gedanken?
  4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

 

 

Wenn Sie zu einem Satz alle vier Fragen gestellt haben, drehen Sie Ihre Aussage um.

 

Sie lautet dann beispielsweise:

 

„Meine Kunden erwarten nicht, dass ich 10 Jahre Erfahrung habe.“

Oder

„Ich erwarte von mir, dass ich 10 Jahre Erfahrung habe.“

 

Oder

„Ich erwarte von anderen, dass sie 10 Jahre Erfahrung haben.“
Fragen Sie sich:

 

Ist diese Umkehrung genauso wahr oder wahrer, wie das, was ich aufgeschrieben habe? Vielleicht finden Sie noch weitere Umkehrungen.

 

Es kann auch sein, dass Sie erstmal herausfinden, dass der Glaubenssatz, den Sie formuliert haben, gar nicht der eigentliche Antreiber ist.

 

Vielleicht heißt der Glaubenssatz dahinter:

„Nur wer 10 Jahre Erfahrung hat, ist auch wirklich kompetent.“

Probieren Sie es aus und schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen hierzu in die Kommentare.

 

ERGÄNZUNG AM 3.4. 2017

Ich spiele das mal für den obigen Glaubenssatz durch, damit es anhand des Beispiels ganz deutlich wird:

1. Ist das wirklich wahr?
Ja, also für mich ist das wahr, sonst würde ich es ja nicht glauben:

 

2. Kannst Du Dir wirklich sicher sein, dass das wahr ist?
Hm. kann ich wissen, dass ich zehn Jahre Erfahrung haben muss? Kann ich wissen, dass das meine Kunden erwarten? Vielleicht doch eher nein.

3. Wie reagierst Du auf den Gedanken / auf den Glaubenssatz?
Hm, der Gedanke macht mich handlungsunfähig, unsicher, ich verliere an Selbstvertrauen, denn ich habe nun mal keine 10 Jahre Erfahrung. Insofern kann ich eigentlich gar nicht auf irgendwelche Kunden zu gehen.

4. Wer wärst Du ohne diesen Gedanken?
Tja, ich wäre selbstsicher, würde die Kunden aktiv ansprechen, denn ich bin ja davon überzeugt, dass ich das wirklich gut kann

Die Autorin

Melanie_Kuhlmann_10

Melanie Kuhlmann, Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (dvct), Reiss Profile Master (Motivanalyse)

Spitzenperformance für Sie und Ihr Team:
Ich unterstütze Führungskräfte und Projektleiter dabei, ihre Botschaften so zu formulieren, dass sie ihre Zielgruppen begeistern, überzeugen und motivieren. Und ich löse Teamkonflikte und sorge damit für eine bessere Performance und hochwertige Ergebnisse. Konkret übernehme ich Coaching, Mentoring und Beratung bei Proposals, Präsentationen, im Change und in der Teamkommunikation.

„Ihr Einsatz in der BayWa AG hat nachhaltigen Erfolg gezeigt. Besonders in der Nachwuchsförderung wurde die Persönlichkeitsentwicklung deutlich und sichtbar gesteigert.“

 

Siegfried Mayer, Leiter Sparte Technik BayWa AG, München

Nur ganz kurz: Was wir von Martin Schulz lernen können.

Haben Sie es gesehen? Das Interview mit Martin Schulz bei Anne Will? Ich hab es gesehen. Und ich muss sagen – ohne hier politisch werden zu wollen – dieser Mann hat es rhetorisch voll drauf!

Wie Sie das auf Ihre Verhandlungen, Diskussionen und Moderationen übertragen können, erfahren Sie in diesem Kurz-Blogbeitrag. Wobei ich eines gleich vorwegschicken möchte: Das hat der Martin nicht ohne einen begnadeten Coach geschafft. Und wenn Sie das auch so können wollen, müssen Sie nicht unbedingt zu Ende lesen, dann können Sie mich auch gleich anrufen.

Sie wollen es doch erstmal wissen? Okay.

Sie müssen sich nur drei Worte merken:

  1. TOUCH
  2. TURN
  3. TALK

 

Martin Schulz hat dieses Prinzip konsequent angewandt. Er ist immer zunächst auf die Frage eingegangen, hat dann aber immer geschickt übergeleitet, zu dem, was er sagen wollte. Und er war sich dabei auch nicht zu schade, gefühlte 15 Mal „Nochmal“ zu sagen. Dieser Punkt war ihm einfach wichtig, also hat er ihn so oft wiederholt, dass ihn wirklich jeder mitbekommen hat.

 

1. Touch (Bewertung)

Nehmen wir mal an, Sie werden so richtig provoziert. Zum Beispiel: „Geben Sie doch einfach zu, dass Sie mit diesem Projekt vollkommen überfordert sind.“

Dann schnappen Sie nicht nach Luft und schon zweimal schießen Sie auf keinen Fall zurück. Und bitte, Sie fragen auch niemals bei einem Angriff nach: „Wie meinen Sie denn das?“

Sie gehen drauf ein, aber nur kurz. Und Sie bewerten die Aussage des Gegenübers. Und Sie sehen es als sportliche Herausforderung. Auf keinen Fall lassen Sie sich davon auch nur ansatzweise aus der Ruhe bringen.

Sie sagen also ganz souverän und gelassen:

  • „Da liegen Sie falsch.“
  • „Das wäre dann eine glatte Lüge.“
  • „Das hätten Sie wahrscheinlich gerne.“
  • „Mit uns beiden ist es heute wirklich schwierig.“ (hab ich bei Martin Schulz geklaut.)
  • „Sie sollten besser sachlich argumentieren.“
  • „Das ist Ihre Meinung.“
  • „Sie haben es hoffentlich nicht nötig, sich so zu äußern.“
  • „Stimmt nicht … So ist es.“
  • „Das steht hier nicht zur Debatte.“
  • „Das ist falsch, kehren Sie bitte zu einer sachlichen Argumentation zurück.“

 

2. TURN (Rückführung / Überleitung)

Jetzt bauen Sie die Brücke und führen zu Ihrem eigentlichen Thema zurück Sie leiten auf das über, worüber Sie sprechen möchten.

  • „Es geht heute um …“
  • „Der springende Punkt ist…“
  • „Wer die Fakten kennt, weiß…“
  • „Es ist vorherrschende Meinung, dass…“

 

3. TALK (Eigene Argumentation)

Und dann geht’s wieder um das, worüber Sie sprechen wollen.

Ganz einfach.

Oder doch nicht? Wissen Sie, was das Problem ist? Sie können diese paar Sprüche da oben jetzt auswendig lernen. Aaaaaaaber, wenn die Situation kommt, erwischt es Sie doch kalt. Weil Sie das üben müssen. Sie sollten mit jemandem arbeiten, der Sie völlig unvermittelt angreift. Der genau dann zuschlägt, wenn Sie überhaupt nicht damit rechnen und der auch nicht locker lässt.

 

Mit dieser Methode geraten Sie nicht mehr in Stress.

Das Thema „Unfaire Angriffe“ nimmt in meinem Workshops einen immer größeren Raum ein. Das Kommunikationsklima ist rauer geworden. Deshalb habe ich eine Methode entwickelt, bei der Ihnen zwar vielleicht zwischenzeitlich der Schweiss ausbricht, die Sie aber fit macht für jede x-beliebige Situation.

Buchen Sie mich als Ihre Sparringspartnern, die Sie auf Auseinandersetzungen im Job so vorbereitet, dass Sie sich gelassen und souverän abgrenzen können. Dabei spielt auch Humor eine große Rolle. Denn schließlich wollen Sie ja, dass Ruhe einkehrt und nicht, dass die Konversation eskaliert.

Klicken Sie hier und vereinbaren Sie ein kostenloses 20minütiges Kick-Coaching. Schreiben Sie einfach in den Betreff „TTT“ und in die Email Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten.  Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen. Versprochen!

 

Hier finden Sie das gesamte Interview in der ARD-Mediathek. Ein schönes Beispiel sehen Sie ab Minute 34. Martin Schulz schafft es, die Vorwürfe einer ehemaligen Wählerin ernst zu nehmen und dann wieder auf sein Thema „Gerechtigkeit“ zu lenken.

Die Autorin

Melanie_Kuhlmann_10

Melanie Kuhlmann ist Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (DVCT) und zertifizierter Reiss Profile Master für Motivprofilanalyse. Sie lebt mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck bei München.

Sie ist Autorin zahlreicher Lehrgänge zum Thema Visualisierung, Präsentieren und Change Management.

Melanie Kuhlmann leitet Entwicklungsprogramme für (Nachwuchs-) Führungskräfte, betreut Manager in der Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen, führt Präsentationsworkshops und -trainings durch. Darüber hinaus berät sie Unternehmen in der Konzeption und Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. In den letzten 18 Jahren hat sie mehr als 1.000 Projekte in über 15 Branchen betreut. Zu ihren Seminarteilnehmern zählen Mitarbeiter aus Unternehmen von A wie Asset Management über Chemie, Maschinenbau, Pharma, Versicherungen und Wirtschaftsprüfung bis hin zu Z wie Zulieferer der Automobilindustrie.

Praxisnah und hilfreich.

Das Schlagfertigkeitstraining ist sehr praxisnah und hilfreich. Frau Kuhlmann versteht es, ihre jahrelange Erfahrung durch ihre professionelle, kompetente und authentische Art, dem Teil-nehmer nahe zu bringen und jeden einzelnen genau da abzuholen, wo er gerade steht.

Verena V., Key Account Managerin

Referenzen (Auszug)

1 & 1 Internet AG, Montabaur
almeda GmbH, München
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
badenova AG und Co. KG
BayWa AG, München
Bildungswerk Badenwürttemberg
Contool AG, St. Gallen
CorpusSireo, Heusenstamm
DIS AG, Heidelberg
EuropAssistance, München
Generali Versicherungen, München
HypoVereinsbank (UniCredit) AG, München
Johnson & Johnson, Düsseldorf

Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
Management Circle AG, Eschborn
Münchener Rückversicherung AG
Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Proventis GmbH, München
TCW Unternehmensberatung, München
Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
United Internet Media AG, Montabaur
Valeo Schalter- und Sensoren-GmbH
Volksbank Gießen, Gießen
Volksfürsorge, Hamburg
Walt Disney Company (Germany) GmbH

Für Ungeduldige: In nur acht Schritten zur freien Rede.

„Ich bin so nervös.“

„Ich kann nicht frei sprechen.“

„Muss das mit der Kamera unbedingt sein?“

Diese Einwände höre ich immer wieder, wenn ich im Workshop „wirkungsvoll präsentieren“ meine Kamera auspacke, damit meine TeilnehmerInnen ihren Auftritt proben können.

Vor allem das freie Sprechen bereitet dabei häufig Probleme. Und statt wenigstens auf das auf dem Tisch vor einem stehende Notebook zu schielen, drehen sich manche Redner beim Präsentieren um und lesen ab, was auf dem Chart steht. Wozu führt das?

  • Sie verlieren den Blickkontakt zu Ihren Zuhörern.
  • Man kann Sie schlecht verstehen.
  • Es wirkt nicht besonders souverän.

Wie anders würde es wirken, wenn Sie völlig frei, nur mit einem kleinen Presenter „bewaffnet“ durch Ihre Präsentation gehen? Mal mit, mal ohne Chart im Hintergrund sprechen, zwischendrin Fragen stellen. Hier kommen meine acht Tipps zur Freien Rede.

 

1. Kaufen Sie sich einen Presenter.

Ich selber nutze den Logitech R400 Presenter – erhältlich bei amazon für 31,99 Euro. Nein, ich bekomme dafür keine Provision. Damit können Sie losgelöst von Pult, Tisch und Laptop frei durch den Raum spazieren. Die leichte Handbewegung beim Weiterklicken fällt kaum auf. Sie können das Chart auch ausblenden – sehr hilfreich, um nicht in einer PowerPoint-Schlacht zu landen in der ein Chart das nächste jagt. Ein positiver Nebeneffekt:  Das leidige Thema „Was mache ich nur mit meinen Händen?“ entfällt.

Warum dieser Schritt zuerst? Wenn wir etwas ändern wollen, macht es Sinn, ins TUN zu kommen. Wenn diese TUN dann auch etwas kostet, sind wir viel eher bereit, den Weg weiter zu gehen, weil wir ja schon etwas investiert haben. Und es macht Spaß, sich frei durch den Raum bewegen zu können, ohne immer die Pfeiltaste auf dem Laptop im Blick haben zu müssen.

 

2. Besorgen Sie sich ein schönes Notizbuch für Ihre Ideen.

Hier notieren Sie ab sofort Zitate, die Ihnen gefallen, Geschichten, die Sie gehört haben, Links zu guten Beiträgen im Internet. Einfach alles, was Ihnen täglich begegnet und sich in eine gute Rede einbauen lässt. Schreiben Sie außerdem nach jeder Präsentationssituation auf (muss ja nicht täglich sein), was Sie dieses Mal anders gemacht haben und wie das beim Publikum angekommen ist. Wählen Sie ein Format nicht unter DIN A5.

 

3. Schauen Sie jeden Tag ein youtube-Video…

… von einem der richtig guten Redner und notieren Sie sich, was Ihnen positiv auffällt. Das kann Steve Jobs sein, der Ihnen u.a. den dezenten Einsatz seines Presenters zeigt, Helmut Schmidt wegen seiner präzisen Antworten, Michelle Obama wegen ihrer Emotionalität, die weltberühmte Rede der Kinder zur UN Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro reißt Sie sowieso mit, Poetry Slam by Julia Engelmann wegen der akzentuierten Aussprache oder wer auch immer Sie beeindruckt hat. Von jedem guten Redner können Sie etwas lernen. Die einen präsentieren am Rednerpult, was die Körpersprache einengt, die anderen nutzen ein Headset und bewegen sich auf der ganzen Bühne, die einen sprechen völlig frei, die anderen nutzen Charts. Die Top Speaker lernen übrigens auch ständig dazu. Die Devise dabei ist: Kapieren, nicht kopieren. Finden Sie raus, was zu Ihnen passt. Sie müssen auch nicht die kompletten 1,5 Stunden ansehen. Oft reichen 10 Minuten. Und die sind gut investiert. Was Ihnen positiv auffällt, wandert sofort in Ihr Notizbuch.

 

4. Stützen Sie Ihr Gedächtnis.

Profis nutzen einen Teleprompter, der vorne auf der Bühne steht und ihnen die wichtigsten Stichpunkte, teils auch ganze Sätze liefert. Das ist quasi eine Präsentation, die nicht gezeigt wird. Sozusagen eine digitale Souffleuse.

Wenn ich Ihnen sage, dass ich vor kurzem Backstage bei einem sehr bekannten Comedian war und zum Schluss dort sogar das Wort „Foto“ auf dem Teleprompter erschien, um ihn daran zu erinnern, dass er noch ein Foto vom klatschenden Publikum machen muss, spätestens dann wissen Sie, dass die Profis auch nur mit Wasser kochen.

Sie haben keinen Teleprompter? Das habe ich mir fast gedacht. Dann stellen Sie bitte Ihr Notebook so hin, dass Sie dort „spicken“ können. Und nutzen Sie die Referentenansicht Ihres Laptops. Das ermöglicht Ihnen, Charts auf Ihrem Laptop und Notizen dazu zu sehen und gleichzeitig etwas anderes oder auch mal gar nichts auf dem Beamer zu zeigen.

Noch einfacher ist es, mit Moderationskarten zu arbeiten. Auch die gibt es bei amazon. Das machen die Profis übrigens auch. Auf diesen Karten steht in Stichpunkten drauf, was Sie sagen wollen. Diese sollten Sie mindestens am Anfang und am Ende einsetzen. Und kleiner Tipp: Nummerieren Sie sie. Ich habe mal erlebt, wie einer Rednerin ihre Karten zu Boden fielen. Sie waren nicht nummeriert. Peinlich war nicht, dass Sie ihr runtergefallen waren. Peinlich war die hektische Sortieraktion danach. Und noch ein Tipp: Verwenden Sie für jedes Kapitel eine neue Farbe, mindestens aber einen Extra-Stapel. Mehr als fünf Karten in der Hand wirken unprofessionell.

 

5. Formulieren Sie Anfang und Ende. Wort für Wort!

Gerade, wenn Sie noch nicht so erfahren sind im freien Sprechen, macht es Sinn, den Anfang und das Ende vorzuformulieren und so gut einzuüben, dass Sie die Worte im Schlaf beherrschen. Warum? Weil Sie sich damit warmlaufen. Und weil Ihre Zuhörer Ihnen am Anfang und am Ende die größte Aufmerksamkeit schenken. Da müssen Sie top drauf sein! Auf den Moderationskarten steht dann beispielsweise nur stichpunktartig die Geschichte, die Sie am Anfang erzählen wollen und das Fazit, mit dem Sie enden wollen.

Für den Einstieg in einen Vortrag, eine Rede, eine Präsentation eignen sich übrigens insbesondere Anekdoten, Aphorismen, Zitate, Gedichte, Sprüche und eigene Erlebnisse.

 

6. Üben Sie mit der Reizworttechnik.

Wie das geht? Sie schreiben sich Begriffe auf Karten, die Ihnen tagtäglich begegnen. Oder Sie bitten ein Familienmitglied, Ihnen Begriffe (Substantive) aufzuschreiben. z.B. Bundestagswahl, VW-Abgasskandal, Baufinanzierung, Auto, Haus, Hamster, Nachbarin, Tür. Nehmen Sie sich drei Karten und entwickeln dazu eine Geschichte.

Baufinanzierung – VW-Abgasskandal – Nachbarin wird dann zu. „Als gerade im Fernsehen über den Abgasskandal berichtet wurde, kam meine Nachbarin vorbei. Ich sprach sie bei der Gelegenheit auf ihre Baufinanzierung an.“

Auto – Hamster – Bundestagswahl liefert z.B. folgende Geschichte: „Wenn ich heute mit dem Auto zu Einkaufen fahre, nehme ich gleich den Hamster mit zum Tierarzt. Und wenn ich dort warten muss, lese ich mir das Interview mit Martin Schulz zur Bundestagswahl durch.“

Es geht nicht darum, superseriös zu sein. Sie sollen kreativ sein und Worte miteinander verknüpfen, die sonst nichts miteinander zu tun haben. Damit kurbeln Sie ihre Kreativität an. Und sie lernen, Geschichten zu erzählen. Je weiter die Begriffe auseinanderliegen, desto spannender ist es:

Busfahrer – Gartenzwerg – Verbraucherschutz
Der Verbraucherschutz hat erklärt, dass die Farben, mit denen die Gartenzwerge der Firma XY bestrichen sind, gesundheitsschädlich sind. Das hat mir mein Busfahrer auf dem Weg in die Arbeit erzählt.

In meinen Workshops sorgt diese Übung immer für sehr viel Heiterkeit. Es wird viel gelacht und mit dieser Lockerheit gehen wir dann in die nächste Präsentationsrunde. Die läuft meist um Welten besser als alles zuvor. Warum? Weil meine TeilnehmerInnen merken, wie leicht es geht, wie lustig es ist und wie gut es tut.

 

7. Keine Macht dem „Ähm“.

Hand aufs Herz. Das ist doch eine der größten Hemmnisse, oder? Diese miniwinzige Wort, das sich so frech in unseren Redefluss einschleicht. Wie Sie es wegbekommen, habe ich hier schon mal beschrieben.

Sie positionieren sich an der Stirnseite eines Tisches oder eines Stuhlkreises und stellen sich vor, auf jedem Stuhl würde eine Person sitzen. Nun wählen Sie einen x-beliebigen Satz und wechseln bei jedem Wort den Blickkontakt von einem Stuhl zum nächsten. Also: Guten___Morgen___meine___Damen___und___Herren___es___ist___mir___ein___
Vergnügen___heute___mit___Ihnen___über___die___Neustrukturierung___im___
Nein, so präsentieren Sie nicht live, das ist nur zum Üben.

Danach fassen Sie Worte zusammen: Guten Morgen — meine Damen und Herren — es ist — mir ein Vergnügen — heute — mit Ihnen — über die Neustrukturierung — im Vertrieb — zu sprechen.

Sie werden merken: Sie sprechen langsamer, akzentuierter und … das „Ähm“ verschwindet.

Üben Sie das mit langen Sätzen aus Ihrer Tageszeitung.

Schreiben Sie mir, wenn Sie es ausprobiert haben an mk@presentationpower.de

 

8. Zeichnen Sie sich selbst auf.

Sie haben doch ein Handy? Jetzt brauchen Sie nur noch ein Stativ. Diese gibt es in verschiedenen Varianten. Für mein Handy nutze ich ein flexibles Stativ, das ich überall befestigen kann. Praktisch ist die Fernbedienung, mit der ich die Kamera auslöse. Filmen Sie kleine Sequenzen und schauen Sie sich an wie Sie auf sich selbst wirken. Zeigen Sie Ihre Mini-Auftritte auch anderen und holen Sie sich konstruktive Kritik.

 

Sie wollen frei sprechen lernen?

Ich habe unzählige SeminarteilnehmerInnen zu souveränen Präsentatoren ausgebildet.

Buchen Sie mich als Ihre Sparringspartnerin, die Sie auf alle Arten von Präsentationssituationen vorbereitet. Klicken Sie hier und vereinbaren Sie ein kostenloses 20minütiges Kick-Coaching. Schreiben Sie einfach in den Betreff Kick-Coaching und in die Email Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten.  Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen. Versprochen!

Die Autorin

Melanie_Kuhlmann_10

Melanie Kuhlmann ist Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (DVCT) und zertifizierter Reiss Profile Master für Motivprofilanalyse. Sie lebt mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck bei München.

Sie ist Autorin zahlreicher Lehrgänge zum Thema Visualisierung, Präsentieren und Change Management.

Melanie Kuhlmann leitet Entwicklungsprogramme für (Nachwuchs-) Führungskräfte, betreut Manager in der Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen, führt Präsentationsworkshops und -trainings durch. Darüber hinaus berät sie Unternehmen in der Konzeption und Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. In den letzten 18 Jahren hat sie mehr als 1.000 Projekte in über 15 Branchen betreut. Zu ihren Seminarteilnehmern zählen Mitarbeiter aus Unternehmen von A wie Asset Management über Chemie, Maschinenbau, Pharma, Versicherungen und Wirtschaftsprüfung bis hin zu Z wie Zulieferer der Automobilindustrie.

Referenzen im Präsentations-Coaching

1 & 1 Internet AG, Montabaur
almeda GmbH, München
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
badenova AG und Co. KG
BayWa AG, München
Bildungswerk Badenwürttemberg
Contool AG, St. Gallen
CorpusSireo, Heusenstamm
DIS AG, Heidelberg
EuropAssistance, München
Generali Versicherungen, München
HypoVereinsbank (UniCredit) AG, München
Johnson & Johnson, Düsseldorf

Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
Management Circle AG, Eschborn
Münchener Rückversicherung AG
Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Proventis GmbH, München
TCW Unternehmensberatung, München
Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
United Internet Media AG, Montabaur
Valeo Schalter- und Sensoren-GmbH
Volksbank Gießen, Gießen
Volksfürsorge, Hamburg
Walt Disney Company (Germany) GmbH

„Das Präsentationsseminar von Melanie Kuhlmann hebt sich positiv vom allgemeinen Seminareinerlei ab. In lockerer Atmosphäre wechseln sich in kleinem Kreis Ausbildung, praxisnahe Übungen und Feedback ab.“

Ralf Kleinschroth , Manager Investor Relations, Münchener Rückversicherungs AG, München

Friedfertig oder schlagfertig?

Wie Sie souverän und gelassen mit unfairen Angriffen umgehen.

Ich bereite gerade einen Workshop für eine Unternehmensberatung vor: „Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern“. Natürlich geht es um konstruktive Gesprächsführung, De-Eskalation und Schlagfertigkeit. Ich mag dieses Wort nicht, weil ich der Meinung bin, dass zuschlagen keine Konflikte löst. Auf jeden Fall nicht langfristig. Aber sei´s drum. Das Wort ist beliebt, jeder stellt sich darunter etwas Bestimmtes vor, das ihn als Sieger vom Platz ziehen lässt.  In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, dass Sie mit Friedfertigkeit und einer wertschätzenden Einstellung zu sich selbst auch sehr unfaire Angriffe erfolgreich parieren können.

„Bloß nicht nichts sagen“…

…heißt die oft postulierte Devise bekannter Schlagfertigkeitstrainer. Hm. Haben wir als Kinder nicht gelernt – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Wohin jetzt mit unseren Glaubenssätzen, mit unseren schlechten Erfahrungen, mit unserer Angst, einem schwarzen Rhetoriker gegenüber zu sitzen oder zu stehen, der nur darauf lauert, uns „fertig zu machen.“ Was tun, wenn die Angst um den Job, den Kunden, den Auftrag, die Furcht vor einer Standpauke vom Chef, vorm eigenen Versagen uns die Kehle zuschnürt?

Friedfertig und souverän. Geht das?

Ja. Punkt. Geht. Ist nicht immer leicht und setzt ein paar Dinge voraus. Man muss seine Hausaufgaben gemacht haben, ein paar Glaubenssätze über Bord werfen und dafür andere, bessere Dinge fest in die Persönlichkeit eingebaut haben und die sind:

  1. Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben.
  2. Ich akzeptiere mich mit all meinen Fehlern und Schwächen, meinen Stärken und Erfolgen.
  3. Ich akzeptiere mein Gegenüber mit all seinen Fehlern und Schwächen, seinen Stärken und Erfolgen.
  4. Ich bin nicht besser oder schlechter als der andere.
  5. Der andere ist nicht besser oder schlechter als ich.
  6. Wenn mich jemand angreift, zeigt sie/er damit ihre/seine Angst.
  7. Niemand kann mich verletzen, außer ich selbst.
  8. Feedback (auch unsachliches) ist ein Geschenk. Es zeigt, dass mein Gegenüber Interesse an der Sache, an mir hat.

 

Natürliche Gelassenheit kommt von innen.

Ganz einfach: Ihre innere Einstellung strahlt nach außen. Immer. Nicht immer für jeden sichtbar. Aber unterschwellig für das Unterbewusstsein des anderen spürbar. Und das reicht aus, um entweder Sympathien oder Antipathien auszulösen. Wenn ich also freundlich und selbstsicher auftrete, ist die Hemmschwelle für den anderen, mich anzugreifen, etwas höher, als wenn ich schon „auf Krawall gebürstet“, ängstlich oder unsicher einen Raum betrete.

Ein paar konkrete Tipps für souveräne Reaktionen

Ja, ich weiß, ein bisschen genauer möchten Sie es schon haben. „Was soll ich denn nun sagen, wenn mein Vorgesetzer, mein Kollege/meine Kollegin, meine Nachbarin, die Lehrerin, meine pubertierende Tochter so oder so reagiert und mir der Kamm schwillt.“ Stimmts?

  1. Grundsätzlich: Haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht? Sind Sie mit sich selbst im Reinen? Wer kann Sie verletzen? Richtig, nur Sie selbst. Und wer ist besser oder schlechter als Sie? Genau. Niemand.
  2. Geh zur Seite: Mental zur Seite treten und den Angriff vorbeiziehen lassen. Diese Technik aus dem Aikido ist sehr wirkungsvoll, weil die negative Energie verpufft.
  3. Merke: Es hat nichts mit Ihnen als Person zu tun, es sind die Emotionen, Bedenken, unangemessenen Verhaltensweisen, das negative Weltbild, die Ängste Ihres Gegenübers!
  4. Wenn nichts mehr hilft –> Gesprächsaufschub: „Wenn wir wieder konstruktiv miteinander reden können, setze ich das Gespräch fort.“
  5. Zurück zur Sache: Worum geht’s wirklich?

Vom Mond aus betrachtet…

… ist das alles halb so wild. Es gibt zweifelsohne Situationen in Gesprächen, die sehr unangenehm sind. Nehmen Sie bereits im Vorfeld eines kritischen Gesprächs die Meta-Ebene ein und sehen sich das Gespräch von oben aus an. Sie werden feststellen, dass Sie viel gelassener sind, was nicht nur Ihr Gesprächspartner spürt, sondern Ihnen vor allem die nötige Souveränität verschafft.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wundervolle Erfahrungen mit einer positiven Einstellung sich selbst gegenüber. Und Sie wissen ja: Es hat nichts mit Ihnen zu tun!

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Die Autorin

Melanie_Kuhlmann_10

Melanie Kuhlmann ist Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (DVCT) und zertifizierter Reiss Profile Master für Motivprofilanalyse. Sie lebt mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck bei München.

Sie ist Autorin zahlreicher Lehrgänge zum Thema Visualisierung, Präsentieren und Change Management.

Melanie Kuhlmann leitet Entwicklungsprogramme für (Nachwuchs-) Führungskräfte, betreut Manager in der Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen, führt Präsentationsworkshops und -trainings durch. Darüber hinaus berät sie Unternehmen in der Konzeption und Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. In den letzten 18 Jahren hat sie mehr als 1.000 Projekte in über 15 Branchen betreut. Zu ihren Seminarteilnehmern zählen Mitarbeiter aus Unternehmen von A wie Asset Management über Chemie, Maschinenbau, Pharma, Versicherungen und Wirtschaftsprüfung bis hin zu Z wie Zulieferer der Automobilindustrie.

Referenzen im Präsentations-Coaching

1 & 1 Internet AG, Montabaur
almeda GmbH, München
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
badenova AG und Co. KG
BayWa AG, München
Bildungswerk Badenwürttemberg
Contool AG, St. Gallen
CorpusSireo, Heusenstamm
DIS AG, Heidelberg
EuropAssistance, München
Generali Versicherungen, München
HypoVereinsbank (UniCredit) AG, München
Johnson & Johnson, Düsseldorf

Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
Management Circle AG, Eschborn
Münchener Rückversicherung AG
Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Proventis GmbH, München
TCW Unternehmensberatung, München
Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
United Internet Media AG, Montabaur
Valeo Schalter- und Sensoren-GmbH
Volksbank Gießen, Gießen
Volksfürsorge, Hamburg
Walt Disney Company (Germany) GmbH

„Das Präsentationsseminar von Melanie Kuhlmann hebt sich positiv vom allgemeinen Seminareinerlei ab. In lockerer Atmosphäre wechseln sich in kleinem Kreis Ausbildung, praxisnahe Übungen und Feedback ab.“

Ralf Kleinschroth , Manager Investor Relations, Münchener Rückversicherungs AG, München