Einen Glaubenssatz auflösen: Warum und wie?

Ich bin ja eher eine Freundin des „eruptiven Bloggens“. Das heißt, ich blogge nicht nach einem durchdachten Redaktionsplan, sondern eher wie die Themen mich antriggern.

 

Und heute triggert mich gerade der Glaubenssatz einer sehr lieben Kollegin an:

 

„Ich muss in allem, was ich tue, 10 Jahre Erfahrung haben.“

Dieser Satz hemmt sie seit Monaten, ins Tun zu kommen. Sie hat eine phantastische Idee, sehr viel Erfahrung, ein hervorragendes Standing, eine sehr positive Ausstrahlung, eine fundierte Ausbildung … aber … diesen Glaubenssatz, den sie auch begründen kann:

 

„Ich muss in allem, was ich tue, 10 Jahre Erfahrung haben, weil meine Kunden das erwarten.“

 

Natürlich ist ihr von der Logik her ganz klar, dass sich dieser Glaubenssatz von allein ad absurdum führt. Aber wir wissen ja, solche Glaubenssätze sind hartnäckig und widersetzen sich logischen Analysen.

 

Die sind wie kleine trotzige Kinder: „Ich will aber.“ In diesem Fall will dieser Glaubenssatz sicher auch was positives, nämlich diese großartige Kollegin davor bewahren, dass sie Unternehmen ein Angebot macht, in dem sie noch nicht genügend praktische Erfahrung hat.

 

In jedem Fall aber hindert er sie daran, ihr Angebot, ihr Konzept, ihre Methode, ihr Know-how Unternehmen aktiv anzubieten.

 

 

Also, wie löst man solche Glaubenssätze auf?

Hier bediene ich mich der wunderbaren Byron Katie, der Autorin von „Lieben, was ist“ und der Entwicklerin von „The Work“, das sind vier Fragen, mit denen sich jeder Glaubenssatz enttarnen lässt:
Wir schreiben uns den Glaubenssatz nochmal genau auf:

 

„Ich muss in allem, was ich tue, 10 Jahre Erfahrung haben, weil meine zukünftigen Kunden das erwarten.“

 

  1. Frage: Ist das wahr?
  2. Kann ich absolut sicher wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagiere ich auf diesen Gedanken?
  4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

 

 

Wenn Sie zu einem Satz alle vier Fragen gestellt haben, drehen Sie Ihre Aussage um.

 

Sie lautet dann beispielsweise:

 

„Meine Kunden erwarten nicht, dass ich 10 Jahre Erfahrung habe.“

Oder

„Ich erwarte von mir, dass ich 10 Jahre Erfahrung habe.“

 

Oder

„Ich erwarte von anderen, dass sie 10 Jahre Erfahrung haben.“
Fragen Sie sich:

 

Ist diese Umkehrung genauso wahr oder wahrer, wie das, was ich aufgeschrieben habe? Vielleicht finden Sie noch weitere Umkehrungen.

 

Es kann auch sein, dass Sie erstmal herausfinden, dass der Glaubenssatz, den Sie formuliert haben, gar nicht der eigentliche Antreiber ist.

 

Vielleicht heißt der Glaubenssatz dahinter:

„Nur wer 10 Jahre Erfahrung hat, ist auch wirklich kompetent.“

Probieren Sie es aus und schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen hierzu in die Kommentare.

 

ERGÄNZUNG AM 3.4. 2017

Ich spiele das mal für den obigen Glaubenssatz durch, damit es anhand des Beispiels ganz deutlich wird:

1. Ist das wirklich wahr?
Ja, also für mich ist das wahr, sonst würde ich es ja nicht glauben:

 

2. Kannst Du Dir wirklich sicher sein, dass das wahr ist?
Hm. kann ich wissen, dass ich zehn Jahre Erfahrung haben muss? Kann ich wissen, dass das meine Kunden erwarten? Vielleicht doch eher nein.

3. Wie reagierst Du auf den Gedanken / auf den Glaubenssatz?
Hm, der Gedanke macht mich handlungsunfähig, unsicher, ich verliere an Selbstvertrauen, denn ich habe nun mal keine 10 Jahre Erfahrung. Insofern kann ich eigentlich gar nicht auf irgendwelche Kunden zu gehen.

4. Wer wärst Du ohne diesen Gedanken?
Tja, ich wäre selbstsicher, würde die Kunden aktiv ansprechen, denn ich bin ja davon überzeugt, dass ich das wirklich gut kann

Die Autorin

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Melanie Kuhlmann, Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (dvct), Reiss Profile Master (Motivanalyse)

Spitzenperformance für Sie und Ihr Team:
Ich unterstütze Führungskräfte und Projektleiter dabei, ihre Botschaften so zu formulieren, dass sie ihre Zielgruppen begeistern, überzeugen und motivieren. Und ich löse Teamkonflikte und sorge damit für eine bessere Performance und hochwertige Ergebnisse. Konkret übernehme ich Coaching, Mentoring und Beratung bei Proposals, Präsentationen, im Change und in der Teamkommunikation.

„Ihr Einsatz in der BayWa AG hat nachhaltigen Erfolg gezeigt. Besonders in der Nachwuchsförderung wurde die Persönlichkeitsentwicklung deutlich und sichtbar gesteigert.“

 

Siegfried Mayer, Leiter Sparte Technik BayWa AG, München

Friedfertig oder schlagfertig?

Wie Sie souverän und gelassen mit unfairen Angriffen umgehen.

Ich bereite gerade einen Workshop für eine Unternehmensberatung vor: „Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern“. Natürlich geht es um konstruktive Gesprächsführung, De-Eskalation und Schlagfertigkeit. Ich mag dieses Wort nicht, weil ich der Meinung bin, dass zuschlagen keine Konflikte löst. Auf jeden Fall nicht langfristig. Aber sei´s drum. Das Wort ist beliebt, jeder stellt sich darunter etwas Bestimmtes vor, das ihn als Sieger vom Platz ziehen lässt.  In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, dass Sie mit Friedfertigkeit und einer wertschätzenden Einstellung zu sich selbst auch sehr unfaire Angriffe erfolgreich parieren können.

„Bloß nicht nichts sagen“…

…heißt die oft postulierte Devise bekannter Schlagfertigkeitstrainer. Hm. Haben wir als Kinder nicht gelernt – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Wohin jetzt mit unseren Glaubenssätzen, mit unseren schlechten Erfahrungen, mit unserer Angst, einem schwarzen Rhetoriker gegenüber zu sitzen oder zu stehen, der nur darauf lauert, uns „fertig zu machen.“ Was tun, wenn die Angst um den Job, den Kunden, den Auftrag, die Furcht vor einer Standpauke vom Chef, vorm eigenen Versagen uns die Kehle zuschnürt?

Friedfertig und souverän. Geht das?

Ja. Punkt. Geht. Ist nicht immer leicht und setzt ein paar Dinge voraus. Man muss seine Hausaufgaben gemacht haben, ein paar Glaubenssätze über Bord werfen und dafür andere, bessere Dinge fest in die Persönlichkeit eingebaut haben und die sind:

  1. Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben.
  2. Ich akzeptiere mich mit all meinen Fehlern und Schwächen, meinen Stärken und Erfolgen.
  3. Ich akzeptiere mein Gegenüber mit all seinen Fehlern und Schwächen, seinen Stärken und Erfolgen.
  4. Ich bin nicht besser oder schlechter als der andere.
  5. Der andere ist nicht besser oder schlechter als ich.
  6. Wenn mich jemand angreift, zeigt sie/er damit ihre/seine Angst.
  7. Niemand kann mich verletzen, außer ich selbst.
  8. Feedback (auch unsachliches) ist ein Geschenk. Es zeigt, dass mein Gegenüber Interesse an der Sache, an mir hat.

 

Natürliche Gelassenheit kommt von innen.

Ganz einfach: Ihre innere Einstellung strahlt nach außen. Immer. Nicht immer für jeden sichtbar. Aber unterschwellig für das Unterbewusstsein des anderen spürbar. Und das reicht aus, um entweder Sympathien oder Antipathien auszulösen. Wenn ich also freundlich und selbstsicher auftrete, ist die Hemmschwelle für den anderen, mich anzugreifen, etwas höher, als wenn ich schon „auf Krawall gebürstet“, ängstlich oder unsicher einen Raum betrete.

Ein paar konkrete Tipps für souveräne Reaktionen

Ja, ich weiß, ein bisschen genauer möchten Sie es schon haben. „Was soll ich denn nun sagen, wenn mein Vorgesetzer, mein Kollege/meine Kollegin, meine Nachbarin, die Lehrerin, meine pubertierende Tochter so oder so reagiert und mir der Kamm schwillt.“ Stimmts?

  1. Grundsätzlich: Haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht? Sind Sie mit sich selbst im Reinen? Wer kann Sie verletzen? Richtig, nur Sie selbst. Und wer ist besser oder schlechter als Sie? Genau. Niemand.
  2. Geh zur Seite: Mental zur Seite treten und den Angriff vorbeiziehen lassen. Diese Technik aus dem Aikido ist sehr wirkungsvoll, weil die negative Energie verpufft.
  3. Merke: Es hat nichts mit Ihnen als Person zu tun, es sind die Emotionen, Bedenken, unangemessenen Verhaltensweisen, das negative Weltbild, die Ängste Ihres Gegenübers!
  4. Wenn nichts mehr hilft –> Gesprächsaufschub: „Wenn wir wieder konstruktiv miteinander reden können, setze ich das Gespräch fort.“
  5. Zurück zur Sache: Worum geht’s wirklich?

Vom Mond aus betrachtet…

… ist das alles halb so wild. Es gibt zweifelsohne Situationen in Gesprächen, die sehr unangenehm sind. Nehmen Sie bereits im Vorfeld eines kritischen Gesprächs die Meta-Ebene ein und sehen sich das Gespräch von oben aus an. Sie werden feststellen, dass Sie viel gelassener sind, was nicht nur Ihr Gesprächspartner spürt, sondern Ihnen vor allem die nötige Souveränität verschafft.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wundervolle Erfahrungen mit einer positiven Einstellung sich selbst gegenüber. Und Sie wissen ja: Es hat nichts mit Ihnen zu tun!

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Die Autorin

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Melanie Kuhlmann ist Diplom-Betriebswirtin, Business Coach (DVCT) und zertifizierter Reiss Profile Master für Motivprofilanalyse. Sie lebt mit ihrer Familie in Fürstenfeldbruck bei München.

Sie ist Autorin zahlreicher Lehrgänge zum Thema Visualisierung, Präsentieren und Change Management.

Melanie Kuhlmann leitet Entwicklungsprogramme für (Nachwuchs-) Führungskräfte, betreut Manager in der Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Kompetenzen, führt Präsentationsworkshops und -trainings durch. Darüber hinaus berät sie Unternehmen in der Konzeption und Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen. In den letzten 18 Jahren hat sie mehr als 1.000 Projekte in über 15 Branchen betreut. Zu ihren Seminarteilnehmern zählen Mitarbeiter aus Unternehmen von A wie Asset Management über Chemie, Maschinenbau, Pharma, Versicherungen und Wirtschaftsprüfung bis hin zu Z wie Zulieferer der Automobilindustrie.

Referenzen im Präsentations-Coaching

1 & 1 Internet AG, Montabaur
almeda GmbH, München
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
badenova AG und Co. KG
BayWa AG, München
Bildungswerk Badenwürttemberg
Contool AG, St. Gallen
CorpusSireo, Heusenstamm
DIS AG, Heidelberg
EuropAssistance, München
Generali Versicherungen, München
HypoVereinsbank (UniCredit) AG, München
Johnson & Johnson, Düsseldorf

Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
Management Circle AG, Eschborn
Münchener Rückversicherung AG
Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Proventis GmbH, München
TCW Unternehmensberatung, München
Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
United Internet Media AG, Montabaur
Valeo Schalter- und Sensoren-GmbH
Volksbank Gießen, Gießen
Volksfürsorge, Hamburg
Walt Disney Company (Germany) GmbH

„Das Präsentationsseminar von Melanie Kuhlmann hebt sich positiv vom allgemeinen Seminareinerlei ab. In lockerer Atmosphäre wechseln sich in kleinem Kreis Ausbildung, praxisnahe Übungen und Feedback ab.“

Ralf Kleinschroth , Manager Investor Relations, Münchener Rückversicherungs AG, München